Bewerbung nachfragen, ohne aufdringlich zu wirken
Du hast dich beworben, zwei Wochen sind vergangen, und im Postfach liegt nichts. Melden oder abwarten? Beim Thema Bewerbung nachfragen geht es weniger um das Ob als um das Wie. Die Sorge, mit einer Nachfrage zu nerven und sich damit selbst aus dem Rennen zu werfen, ist fast immer unbegründet. Was auf der anderen Seite tatsächlich unangenehm auffällt, sind die Formulierung und der Takt.
Was an Nachfragen wirklich stört
Personalabteilungen und Führungskräfte rechnen mit Nachfragen. Eine offene Stelle bedeutet Arbeit, die niemand gerne liegen lässt, und wer nachhakt, zeigt zumindest, dass ihm die Sache nicht egal ist.
Unangenehm wird es woanders. Eine Mail alle zwei Tage liest sich als Druck. Ein Einstieg wie “Ich habe bis heute nichts von Ihnen gehört” ist eine Beschwerde, auch wenn er nicht so gemeint war. Fehlen Position und Versanddatum, muss der Empfänger erst im Postfach suchen, bevor er überhaupt antworten kann. Und wer statt einer Nachfrage ein zweites Anschreiben schickt, verlangt eine zweite Lesezeit, die niemand eingeplant hat.
Wann der richtige Moment für die erste Nachfrage ist und an wen sie gehen sollte, steht ausführlich in unserem Beitrag zum Nachfassen nach der Bewerbung. Hier geht es um die Worte.
Formulierungen, die höflich klingen, und ihre schwachen Zwillinge
Bei der Nachfrage zur Bewerbung entscheidet die Formulierung darüber, ob du souverän oder bittstellerisch klingst. Meist hängt das an einem einzigen Halbsatz.
| Statt so | Besser so | Warum |
|---|---|---|
| “Ich habe bis heute nichts von Ihnen gehört.” | “Am 12. August habe ich mich als Projektleiterin bei Ihnen beworben.” | Ein Datum ist ein Fakt, kein Vorwurf. |
| “Ich wollte nur mal kurz nachfragen.” | “Können Sie mir sagen, wie der Stand des Verfahrens ist?” | Das “nur mal” macht deine eigene Frage klein. |
| “Falls Sie meine Bewerbung übersehen haben sollten.” | “Meine Unterlagen hänge ich zur Sicherheit noch einmal an.” | Unterstellt der Gegenseite keinen Fehler. |
| “Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.” | “Bis wann rechnen Sie mit einer Entscheidung?” | Eine Bitte lässt sich leicht liegen lassen, eine konkrete Frage nicht. |
| “Ich bin weiterhin sehr an der Stelle interessiert.” | “An der Stelle reizt mich besonders der Aufbau des neuen Teams.” | Behauptetes Interesse kostet nichts, belegtes schon. |
Jede Zeile in der rechten Spalte lässt sich mit einem Satz beantworten. Die linke Spalte zwingt den Empfänger dagegen erst einmal zu der Frage, was du eigentlich von ihm willst. Genau an dieser Stelle bleiben Nachfragen liegen.
Wie du den Sachstand deiner Bewerbung erfragst, ohne zu drängen
Vier bis sechs Sätze reichen, egal ob du dich beim Recruiting oder direkt bei der Fachabteilung meldest. Der Betreff nennt schon alles Wichtige: “Sachstand meiner Bewerbung als Projektleiterin, eingegangen am 12.08.”
- Anker setzen. “am 12. August habe ich mich bei Ihnen als Projektleiterin beworben.”
- Interesse belegen. “Besonders reizt mich, dass die Abteilung gerade neu aufgestellt wird. Genau diese Phase habe ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber zwei Jahre lang begleitet.”
- Fragen. “Können Sie mir sagen, wie weit das Verfahren ist?”
- Geduld zeigen. “Wenn die Auswahl noch läuft, warte ich gern ab. Eine grobe Einordnung würde mir aber sehr helfen.”
- Antworten leicht machen. Gruß, Name, Telefonnummer.
Der vierte Satz macht die eigentliche Arbeit. Er sagt: Ich dränge dich nicht, ich brauche nur Orientierung. Damit nimmst du deiner Nachfrage die Schärfe und bekommst trotzdem eine Antwort, weil die Frage davor konkret genug war.
Wie oft du dich melden darfst
Zwei Nachfragen sind das Maximum pro Bewerbung. Die erste rund zwei Wochen nach dem Versand, die zweite frühestens zehn Tage später. Die zweite braucht außerdem einen Anlass, sonst wiederholst du dich nur.
Ein Anlass ist alles, was von deiner Seite neu ist: eine abgeschlossene Weiterbildung, ein Projekt, das gerade fertig geworden ist, oder eine echte Terminfrage. “Ich habe ein weiteres Verfahren laufen, in dem ich nächste Woche entscheiden muss, und würde ungern zusagen, ohne bei Ihnen den Stand zu kennen.” Dieser Satz beschleunigt fast immer, weil er der anderen Seite eine Frist setzt, ohne zu drohen. Verwende ihn nur, wenn er stimmt. Sonst stehst du zwei Wochen später mit einer Erklärung da, die du dir selbst gebaut hast.
Bleibt es auch danach still, ist das Thema durch. Warum Firmen komplett abtauchen und was das über den Prozess aussagt, haben wir unter Bewerbungs-Ghosting aufgeschrieben. An deinen Unterlagen liegt es in den seltensten Fällen.
Nachfragen am Telefon und über LinkedIn
Am Telefon brauchst du einen Einstieg, der in zehn Sekunden klärt, worum es geht: “Guten Morgen, mein Name ist Anna Berger, ich habe mich am 12. August als Projektleiterin bei Ihnen beworben. Können Sie mir sagen, wie der Stand ist?” Danach zuhören und nicht nachlegen. Ruf früh am Vormittag an, dann ist die Chance am größten, dass jemand wirklich Zeit hat.
Auf LinkedIn gilt dasselbe in kürzer, und die Nachricht geht an die Führungskraft, nicht an die Personalabteilung. Zwei Sätze mit Position und Datum, dann die Frage nach dem Stand. Spar dir den Smalltalk davor und schick auf keinen Fall eine Sprachnachricht.
Eine gute Formulierung holt allerdings nichts zurück, was im Bewerbungsportal versandet ist. Wirksam wird deine Nachfrage, wenn die Bewerbung von Anfang an bei einem Menschen gelandet ist, der dich zuordnen kann. Dafür ist Bewerbungsbutler gebaut: Dein Butler sucht passende Stellen, findet die zuständige Person im Unternehmen und schickt deine Bewerbung direkt aus deinem Gmail-Postfach. Deine Nachfrage ist dann keine anonyme Mail an eine Sammeladresse, sondern eine Antwort im selben Gesprächsverlauf.
Häufige Fragen zu Bewerbungsbutler
Was ist Bewerbungsbutler?
Bewerbungsbutler ist dein persönlicher Bewerbungs-Service: Er findet täglich passende Stellen für dich und bewirbt dich direkt beim zuständigen Entscheider - mit einem individuell formulierten Anschreiben, verschickt aus deinem eigenen Postfach.
Was bringt mir das gegenüber normalen Portal-Bewerbungen?
Deine Bewerbung landet nicht im Stapel eines Bewerbermanagementsystems, sondern direkt im Postfach der Person, die über die Stelle entscheidet. Du sparst dir Recherche und Schreibarbeit und gehst nur noch zu Gesprächen, in denen man dich wirklich haben will.
Behalte ich die Kontrolle über meine Bewerbungen?
Ja. Im Review-Modus siehst du jeden Treffer vorab im Dashboard und gibst jede Bewerbung einzeln frei. Wer mag, schaltet auf Automatik um - dann übernimmt der Butler nach einer Qualitätsprüfung.
Wie verschickt der Butler in meinem Namen?
Du verbindest einmalig dein Gmail-Konto. Danach gehen alle Bewerbungen direkt aus deinem eigenen Postfach raus - Antworten der Unternehmen landen ganz normal bei dir.
Was kostet Bewerbungsbutler?
49 € pro Monat, monatlich kündbar. Darin enthalten sind bis zu 50 gezielte Bewerbungen pro Monat inklusive Entscheider-Recherche und individueller Anschreiben.