Headhunter anschreiben: so kommst du auf den Radar
Wer einen Headhunter anschreiben will, stellt sich das oft so vor: Lebenslauf hinschicken, und ab dann sucht jemand anderes den Job für einen. In der Praxis läuft es fast nie so, denn Personalberater werden von Unternehmen beauftragt und bezahlt. Sie melden sich, wenn du zu einem offenen Mandat passt. Du musst also dafür sorgen, dass der Berater sich an dich erinnert, wenn so ein Mandat reinkommt. Das klappt mit einer kurzen, präzisen Nachricht viel besser als mit einer klassischen Bewerbung.
Wie Headhunter arbeiten und was das für deine Nachricht heißt
Ein Personalberater bekommt von einem Unternehmen den Auftrag, eine bestimmte Position zu besetzen. Bezahlt wird er vom Unternehmen, oft mit einem Anteil am Jahresgehalt der vermittelten Person. Er sucht also gezielt nach Menschen, die zu einem konkreten Profil passen. Wer unaufgefordert schreibt, landet zunächst in einer Datenbank und wird dann wieder hervorgeholt, wenn ein passendes Mandat reinkommt.
Für deine Nachricht heißt das: Der Berater muss in wenigen Sekunden erkennen, wofür er dich einsetzen kann. Branche, Funktion, Gehaltsband und Region sind für ihn die Suchfilter. Fehlen sie, kann er dich nicht zuordnen, und die Nachricht verschwindet.
Den richtigen Personalberater finden statt Massenmails verschicken
Bevor du einen Personalberater ansprechen willst, lohnt sich etwas Recherche. Die meisten Beratungen sind spezialisiert, etwa auf IT, Finanzen, Vertrieb oder Führungspositionen im Mittelstand. Eine Nachricht an jemanden, der nie in deinem Bereich vermittelt, ist verlorene Zeit.
So findest du passende Kontakte:
- Auf LinkedIn nach “Personalberater” plus deiner Branche suchen und schauen, welche Positionen die Person zuletzt geteilt hat.
- Stellenanzeigen in deinem Feld prüfen, die über eine Beratung laufen. Dort steht oft der Name des zuständigen Beraters.
- Kollegen fragen, wer sie schon einmal angesprochen hat.
Schreib lieber fünf passende Berater gezielt an als fünfzig wahllos. Wie du allgemein die richtige Person statt eines Sammelpostfachs erreichst, steht im Artikel zum Ansprechpartner für deine Bewerbung finden.
Vorlage: so kannst du einen Headhunter kontaktieren
Die Erstnachricht sollte kurz sein. Fünf bis acht Sätze reichen. Der Lebenslauf kommt als Anhang dazu oder auf Nachfrage. Diese Vorlage kannst du anpassen:
Betreff: Senior Controller, Konzernreporting, Raum München
Hallo Frau Becker,
ich habe gesehen, dass Sie regelmäßig Finanzpositionen im Mittelstand besetzen. Ich bin Senior Controller mit neun Jahren Erfahrung, zuletzt verantwortlich für das Konzernreporting einer Industriegruppe mit 1.200 Mitarbeitern. Dort habe ich den Monatsabschluss von zehn auf sechs Arbeitstage verkürzt. Ich suche nicht akut, bin aber offen für eine Rolle als Leitung Controlling im Großraum München, ab etwa 95.000 Euro. Mein Lebenslauf hängt an. Falls ein passendes Mandat kommt, freue ich mich über einen kurzen Anruf.
Viele Grüße Thomas Krüger
Diese Bausteine machen die Nachricht stark:
| Baustein | Warum er wichtig ist |
|---|---|
| Betreff mit Funktion und Region | Der Berater sortiert sofort ein |
| Bezug zu seinem Schwerpunkt | Zeigt, dass du nicht wahllos schreibst |
| Ein messbares Ergebnis | Macht dich erinnerbar |
| Zielrolle und Gehaltsband | Erspart ihm die Rückfrage |
| Wechselbereitschaft ehrlich benennen | Er weiß, wie dringend es ist |
Die Gehaltsangabe wirkt auf viele zu forsch. Für Personalberater ist sie aber eine der wichtigsten Informationen, weil Mandate an Gehaltsbänder gebunden sind.
Im Gedächtnis bleiben, nachdem die erste Nachricht raus ist
Oft kommt auf die erste Nachricht nur eine kurze Bestätigung oder gar nichts. Das ist normal. Ein Berater meldet sich, wenn ein Mandat passt, und das kann Monate dauern. Ein kurzes Update nach drei bis vier Monaten bringt dich wieder in Erinnerung, etwa wenn du ein Projekt abgeschlossen oder eine neue Verantwortung übernommen hast.
Hilfreich ist auch ein gepflegtes LinkedIn-Profil, denn dort suchen Berater zuerst. Mehr dazu, wie du gefunden wirst, ohne ständig selbst aktiv zu sein, liest du im Artikel zur passiven Jobsuche.
Headhunter sind trotzdem nur ein Kanal unter mehreren. Sie decken lediglich die Positionen ab, für die ein Unternehmen eine Beratung bezahlt. Das Prinzip dahinter kannst du aber auch selbst nutzen. Statt auf den Vermittler zu warten, schreibst du den Entscheider im Unternehmen direkt an, mit derselben knappen Nachricht wie oben. Genau diese Direktansprache übernimmt Bewerbungsbutler für dich, auf Wunsch mit Versand aus deinem eigenen Gmail.
Häufige Fragen zu Bewerbungsbutler
Was ist Bewerbungsbutler?
Bewerbungsbutler ist dein persönlicher Bewerbungs-Service: Er findet täglich passende Stellen für dich und bewirbt dich direkt beim zuständigen Entscheider - mit einem individuell formulierten Anschreiben, verschickt aus deinem eigenen Postfach.
Was bringt mir das gegenüber normalen Portal-Bewerbungen?
Deine Bewerbung landet nicht im Stapel eines Bewerbermanagementsystems, sondern direkt im Postfach der Person, die über die Stelle entscheidet. Du sparst dir Recherche und Schreibarbeit und gehst nur noch zu Gesprächen, in denen man dich wirklich haben will.
Behalte ich die Kontrolle über meine Bewerbungen?
Ja. Im Review-Modus siehst du jeden Treffer vorab im Dashboard und gibst jede Bewerbung einzeln frei. Wer mag, schaltet auf Automatik um - dann übernimmt der Butler nach einer Qualitätsprüfung.
Wie verschickt der Butler in meinem Namen?
Du verbindest einmalig dein Gmail-Konto. Danach gehen alle Bewerbungen direkt aus deinem eigenen Postfach raus - Antworten der Unternehmen landen ganz normal bei dir.
Was kostet Bewerbungsbutler?
39 € pro Monat, monatlich kündbar. Darin enthalten sind bis zu 50 gezielte Bewerbungen pro Monat inklusive Entscheider-Recherche und individueller Anschreiben.